Dossier: Berufsmaturität

Thema: Förderung der Berufsmaturität

Flexibilisierung der lehrbegleitenden Berufsmaturität (BM 1)


Im Rahmen der Stärkung der Berufsbildung gemäss dem nationalem Spitzentreffen der Berufsbildung von 2014 soll auch die Berufsmaturität gestärkt werden. Dies soll unteranderem durch die Flexibilisierung der schulischen Umsetzung der lehrbegleitenden Berufsmaturität (BM 1) erreicht werden. Die Überlegung ist, einen Teil des BM-Stoffes vor oder nach der Lehre zu unterrichten. FH SCHWEIZ begrüsst die Bestrebungen zur breiteren Verankerung der Berufsmaturität bei Lernenden, Eltern und Lehrbetrieben. Die Qualität der Berufsmaturität muss jedoch sichergestellt werden.


Ausgangslage

Am nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung im März 2014 verständigten sich die Verbundpartner aus Bildung, Politik und Wirtschaft über Schwerpunkte zur Stärkung der Berufsbildung. Drei Handlungsschwerpunkte wurden festgelegt, darunter das Thema "Berufsmaturität und Fachhochschulzugang". Ein Bericht stellte fest, dass ein bedeutender Einflussfaktor für die Förderung der Berufsmaturität die Entwicklung zusätzlicher BM-Modelle ist. Die Steuergruppe (SBFI, EBMK, EHB, EDK, SBBK, SAV, TRBS, SGB) lancierte daraufhin zwei Teilprojekte, um die BM zu stärken. Eines mit dem Ziel, die Information und Kommunikation zu verbessern, das andere um die BM-Modelle zu flexibilisieren und damit attraktiver zu gestalten. Bei der Berufsmaturität lassen sich grundsätzlich zwei Modelle unterscheiden. Bei einem Modell absolviert man die BM während der beruflichen Grundbildung (BM 1), beim anderen Modell nach einer abgeschlossenen beruflichen Grundbildung als Vollzeitlehrgang oder berufsbegleitend als Teilzeitlehrgang (BM 2).

Ziele

Mehrere Gründe sprechen für die Stärkung der lehrbegleitenden Berufsmaturität (BM1): So besteht beispielsweise der Wunsch nach einer optimaleren Verteilung der BM-Unterrichtslektionen sowohl seitens der Lernenden als auch der Lehrbetriebe. Eine Analyse zeigt auch, dass viele Jugendlichen in der beruflichen Grundbildung die BM als zu anspruchsvoll und zu anstrengend beurteilen und sich daher entscheiden, die BM erst nach abgeschlossener Berufslehre zu absolvieren. Zudem sind gerade KMU-Lehrbetriebe auf eine grosse Präsenz der Lernenden im Betrieb angewiesen. Der Besuch des BM-Unterrichts reduziert die Anwesenheit im Betrieb um rund einen Tag pro Woche. Ausserdem ist ein Trend von der BM 1 hin zur BM 2 festzustellen.

Mögliche Umsetzung

Um das Qualitätsmerkmal der Dualität der BM hoch zu halten, gilt es den Lernenden und den Lehrbetrieben zusätzliche Möglichkeiten anzubieten. Die Steuergruppe schlägt in ihrem Bericht als Ansatzpunkt eine moderate Entkoppelung des BM-Unterrichts von der Dauer des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses (EFZ) vor. Eine Möglichkeit wird darin gesehen maximal 50% der Lektionen des BM-Unterrichts vor dem Lehrstart zu vermitteln. Dazu eignen sich allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik. Die andere Möglichkeit besteht darin bis zu einem Drittel des BM-Anteils nach der Lehre zu vermitteln und damit ebenfalls die Präsenz im BM-Unterricht während der Lehre zu reduzieren.
Quelle: EBMK, Okt. 2016
 

Weitere Informationen

 

Stellungnahme FH SCHWEIZ


Nächste Schritte:
Der erste Schritt nach Ablauf der Frist zur Einreichung der Stellungnahmen wird die Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen sowie das Erstellen eines Auswertungsberichts sein. Danach wird die eidgenössische Berufsmaturitätskommission EBMK die Eckwerte anpassen. Die Pilotprojekte können im Frühjahr 2017 starten. Parallel dazu findet eine Prüfung der rechtlichen Grundlagen in Bezug auf die Eckwerte statt. Allenfalls werden diese rechtlichen Grundlagen noch angepasst.

Letzte Änderung: 27.02.2017 11:52:59