Einzigartiges Masterprogramm zu Industrie 4.0 in der Schweiz

Die vierte industrielle Revolution verlangt nach inter­disziplinärem Expertenwissen. Diesem Bedürfnis des Arbeits­marktes begegnet die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) mit dem ersten Masterstudiengang zum Thema, dem MAS Industrie 4.0 – Smart Engineering & Process Management.

Mit der zunehmenden Interaktion zwischen Geräten scheint die vierte industrielle Revolution nach der Mechanisierung, Elektrifizierung und Computerisierung der Wertschöpfungskette unaufhaltbar. Der Industrie bringt sie eine vertikale und horizontale Vernetzung, höhere Auto­matisierung und Effizienz. Konsumenten und Abnehmern verspricht sie hoch-­individualisierte Produkte zu Preisen der Massenproduktion (Losgrösse 1).

Für Führungs- und Fachkräfte in der Industrie steigen die Herausforderungen: Agilität und interdisziplinäres Fachwissen, welches vom Ingenieurwesen über die Informatik bis zur Betriebswirtschaft reicht, werden immer mehr vorausgesetzt. Hier setzt das neue Weiter­bildungs­programm der FFHS an, welches die FFHS ab Herbst 2017 anbietet. Der Fach­verantwortliche David Gemmet erklärt im Kurzinterview, worum es geht:

In der Hochschullandschaft Schweiz gibt es ein breites Weiterbildungsangebot rund um Technik, ICT und Management. Was zeichnet den MAS Industrie 4.0 an der FFHS aus?
Der MAS Industrie 4.0 in Smart Engineering und Process Management ist fachlich einzigartig in der Schweiz: Er behandelt die Digitalisierung in KMU und ­Industriebetrieben in einer Breite und Tiefe, wie sie in einfachen Kursen oder CAS nicht vermittelbar wären. Wie an den FHs üblich, betont der Studiengang den Praxisbezug. Fallbeispiele und Dozierende mit fundierter Erfahrung sorgen dafür, dass Studierende Learnings mitnehmen, die sie im Produktionsbetrieb anwenden können.

Inwiefern wird der Arbeitsmarkt sich mit der vierten industriellen Revolution verändern?
Die Berufsfelder werden sich im Zuge der Digitalisierung weiter stark wandeln. Routine­arbeiten werden automatisiert und Arbeitnehmer sind gefordert, interdisziplinärer zu denken. Fachwissen im Einsatz einer Produktionsanalage allein reicht nicht mehr aus. Um in einer digitalisierten Industrie bestehen zu können, braucht eine Führungskraft auch Know-how in Bezug auf die Datenauswertung, muss also Anforderungen an gängige IT-Methoden und Tools stellen können. Ausserdem sollte er oder sie immer auch den Fokus des Endkunden (Customer Experience) im Auge behalten, also etwa wie die Produktions­anlage mit dem Lieferanten «interagiert», um schlussendlich einen gewinnbringenden und kostengünstigen Service an den Endkunden zu liefern. Solide BWL-Kenntnisse dürfen also auch nicht fehlen.

Und was muss ein Arbeitnehmer in der Industrie heute mitbringen, was vorher noch nicht nötig war?
Arbeitnehmer und Mitarbeitende in KMU müssen sich überlegen, wie sie durch Service­orientierung Mehrwert schaffen und durch verbessertes Schnittstellen- und Prozess­management Reibungsverluste vermindern können. Ein optimiertes Schnittstellen­management ist unerlässlich für die Integration und Vernetzung der Wertschöpfungskette.

Welche Schwerpunkte setzt der MAS Industrie 4.0?
Das Masterprogramm konzentriert sich auf das Vermitteln von interdisziplinärem Fach­wissen. So sollen Studierende lernen, die Anforderungen bei der Digitalen Transformation eines Unternehmens ganzheitlich zu beurteilen. Dabei spielt das Verständnis von techno­logischen Entwicklungen eine grosse Rolle. Fachleute in der Industrie müssen wissen, was sich hinter Schlagworten wie CPS, MES, Robotik und Automation verbirgt und wie sich neue Techno­logien und bestehende Wertschöpfung verketten lassen. Darüber hinaus wird auch die vertikale und horizontale Vernetzung in einer «intelligenten Fabrik» (Smart Factory) betrachtet, um so betriebswirtschaftliche Konzepte wie zum Beispiel die Losgrösse 1 umzusetzen.

An wen richtet sich der MAS Industrie 4.0?

Der MAS-Studiengang richtet sich an Fach und Führungskräfte, sowie Berater, die ein vertieftes fachliches Wissen im Bereich der digitalen Transformation von Industrie­unternehmen gewinnen möchten. Idealerweise bringen Studierende Erfahrungen in BWL, IT oder Ingenieurwesen mit und arbeiten in der Industrie oder in einem industrienahen Betrieb.

Der MAS Industrie 4.0 wird von der Fernfachhochschule Schweiz angeboten. Inwiefern unterscheidet sich ein Fern- von einem konventionellen Studium?
Der Studiengang bietet die bekannten Vorteile eines Fernstudiums an der FFHS: Zeitliche und örtliche Flexibilität, die Möglichkeit berufsbegleitend zu studieren und digitale Lern- und Arbeitstools, die es viel leichter machen, Studium, Beruf, Familie und Hobbys unter einen Hut zu bringen.

Mehr Informationen zum MAS Industrie 4.0 finden sich auf: www.ffhs.ch/mas_industrie40
 
MAS Industrie 4.0
Als anerkannte Fachhochschule bietet die FFHS Aus- Weiterbildungen in den Bereichen Management, Recht, ICT & E-Business sowie Gesundheit an, wobei der Hauptfokus auf praxisorientiertem Unterricht liegt. Der MAS Industrie 4.0 wird erstmals ab Herbst 2017 angeboten.

  • Titel: Master of Advanced Studies Industrie 4.0 – Smart Engineering & Process Management
  • Dauer: 4 Semester, 60 ECTS
  • Methodik: 80% Online-Studium, 20% Präsenzunterricht in Zürich oder Bern
  • Anmeldeschluss: 30. November
  • Studienbeginn: Mitte Februar




Oktober 2017